Am Sonntag, den 15. März 2009 um 17.00 Uhr läd Bruder Dachs (Feuerwehrseelsorger FF Schwarzenbruck) alle Kameradinnen und Kameraden im Dienstbezirk III des Feuerwehrverbandes Nürnberg zu einem Gottesdienst in die Schwarzenbrucker Martin-Luther-Kirche ein.
Am Samstag um 7:30 im Gerätehaus Ezelsdorf war Schichtbeginn zum Berufsfeuerwehr-Tag für 19 Jugendlichen der Feuerwehren Ezelsdorf, Schwarzenbruck und Rummelsberg. Von Schichtleiter Wolfshöfer auf die drei Fahrzeuge 11/1 (Rummelsberg) 42/1 (Schwarzenbruck) und 47/1 (Ezelsdorf) eingeteilt, sollte es aufregende und zugleich Lehrreiche 24 Stunden für die Jugendlichen werden.
Bei der Einteilung wurden die drei Feuerwehren bunt durcheinander gemischt. Somit stand anfangs eine kurze Fahrzeugeinweisung auf dem Programm, als der normale Ablauf um 9:17 von der ersten Alarmierung unterbrochen wurde.
„Achtung Brandeinsatz, es rücken aus 11/1, 42/1, 47/1 – verdächtige Rauchentwicklung in der Postbaurer Str. 4“ – so lautete die Alarmmeldung aus den Lautsprechern. Nach nicht mal 2 Minuten rückte somit der komplette Löschzug ab, welcher nach kurzer Zeit Rückmeldung an die Leitstelle geben konnte, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.
Nach dem Einrücken der Einsatzkräfte und einem kleinen Arbeitsdienst war Dienstsport angesagt. Beim gemeinschaftlichen Fußball Spielen wurden auch dem letzten Jugendlichen die anfänglichen Berührungsängste mit den
„unbekannten“ Kammeraden der anderen Wehren genommen.
Während des Dienstsports wurde erneut Alarm ausgelöst. Wieder rückte der komplette Löschzug, diesmal zu mehreren brennenden Müllcontainern in Richtung Siedlung, aus. Während die Mannschaft des 42/1 mit der Löschwasserversorgung begann, übernahm die Mannschaft des 47/1 die Brandbekämpfung. Koordiniert durch Schichtleiter Wolfshöfer als Einsatzleiter und geführt durch die Jugendwarte Jung, Bayer und Lindner stellten die Mannschaften erstmals ihr Wissen unter Beweis.
„Ich bin überrascht wie gut die Feuerwehren auch im gemischten Trupp miteinander Arbeiten“ so Bayer zum anwesenden KBM Volkmar Lachmann, „eine Wasserversorgung in dem Umfang mit aktiven Mitgliedern hätte auch nicht wesentlich schneller gestanden.“
Wieder zurück auf der Wache war es Zeit fürs Mittagessen. Eine gesättigte Stille kehrte ein, wurde noch die Minuten vorher über die letzten beiden Einsätze rege diskutiert.

Um kurz nach 13:00 Uhr wurde die Mannschaft des 42/1 zu einer Katze gerufen, welche auf einem Baum fest sitzt. Schnell konnte dieser Routineeinsatz bewältigt werden.
Den Nachmittag begannen die Jugendlichen mit dem 1. Ausbildungsblock, Erste Hilfe im Rahmen des Wissenstest. Unter Anleitung von David Rubel und Anika Holler lernten die Jugendlichen speziell die stabile Seitenlage und das Verwenden der Rettungsdecke.



Von diesem Wissen konnte die Besatzung des 11/1 bereits um kurz nach 15:00 Uhr Gebrauch machen, als sie zu einem verletzten Fahrradfahrer gerufen wurden, den es zu „verarzten“ galt.
Noch während die Jugendlichen der beiden anderen Fahrzeuge diskutierten warum sie nun nicht gerufen wurden, ertönte erneut der Alarmgong. Das 42/1 wurde zu einer Ölspur gerufen, welche so groß war, dass die Mannschaft des 47/1 kurz darauf nachalarmiert wurde.
Als alle drei Fahrzeuge ihre Einsätze abgearbeitet hatten, stand auch schon der Übungsblock 2 auf dem Programm. Unter Anleitung von Johannes Jung und Florian Bayer lernten die Jugendlichen den richtigen Umgang mit Tragbaren Leitern.
Sie staunten nicht schlecht als plötzlich der Alarmgong ertönte und in der Alarmmeldung die „30/1“ vorkam. „Hä wir haben doch hier gar keine Drehleiter“, konnte man aus der Fahrzeughalle entnehmen. Umso größer die Überraschung als dann doch eine 30/1 vorfuhr. Nachdem der Einsatzauftrag, Brand in Schule, abgearbeitet wurde, hatte jeder noch die Gelegenheit einmal mit der Drehleiter „mitzufahren“.



Anschüren konnten die Jugendlichen anschließend beim gemütlichen Grillen. Bei Steaks und Bratwürsten, konnte die Begeisterung der Jugendlichen kaum gebremst werden. Von Müdigkeit keine Spur. Zu frisch waren noch die Erfahrungen und Eindrücke der letzten Stunden.
Umso schneller gelang natürlich das Ausrücken zu einem PKW Brand der Fahrzeuge 11/1 und 47/1. Die Besatzungen waren dermaßen flink auch beim anschließenden Aufbau, dass hier fast der Eindruck entstehen konnte eine
„echte“ Berufsfeuerwehr verrichte hier ihren Dienst. Selbst ein Schaumaufbau stand innerhalb kürzester Zeit.
Auf der Wache wurde gegen 20:15 Uhr der Film „Im Feuer“ gestartet, jedoch konnte hier nicht mal die Einleitung komplett gesehen werden, da wurde der komplette Löschzug zu einer „Person unter Maschine“ gerufen.
Der für die Jugendlichen spektakulärste Einsatz bis dahin stellte sich wie folgt dar: bei Rangierarbeiten war ein Kleintransporter an eine Palette mit einer 800 kg schweren Betonplatte gefahren. Diese rutschte ab und landete auf einem Betriebsangehörigen. Aus dem Fahrzeug liefen Flüßigkeiten aus.
Einsatzleiter Wolfshöfer entschied die Lage in zwei Abschnitte zu unterteilen, Personenversorgung und Anheben der Platte. Beide Besatzungen arbeiteten unter Hochdruck an der Befreiung der Person. Nach dem Unterbauen der Betonplatte wurde mit hydraulischen Winden begonnen die Platte anzuheben. Dass sich dies nicht immer so leicht wie in der Ausbildung geht, konnten die Jugendlichen hier am eigenen Leib erfahren. Durch die Palette und dem sehr nassen Untergrund war ein Unterbauen und Anheben ein sehr schwieriges Unterfangen.
Nach Knapp 2 Stunden wurde die Person endlich befreit, und konnte dem Rettungsdienst übergeben werden.
Um 23 Uhr war dann auch auf der Wache endlich Bettruhe angesagt. Diese währte jedoch nicht lange. Wieder wurde der komplette Löschzug, diesmal zu einem Waldbrand, alarmiert.
Nach dem Aufbauen einer Schlauchstrecke konnte hier mit 6 C-Rohren schnell ein Erfolg erzielt werden.
Zurück auf der Wache, war nun auch der letzte Jugendliche geschafft und fiel wie ein Stein ins Bett.
Gegen halb 3 Uhr morgens war es jedoch mit der Ruhe erneut vorbei, die Leitstelle forderte die Mannschaften zur Personensuche an.
Hier machte sich der doch schon sehr lang dauernde Tag bei den Jugendlichen bemerkbar, so dass ein Teilnehmer gar nicht erst aus dem Bett kam. Routiniert brachten die Jugendlichen aber auch diesen Einsatz hinter sich und konnten um 4 Uhr morgens wieder in ihre Betten zurück.
„Brennen mehrere Mülltonnen“ – war das Stichwort kurz vor Sieben, welches quasi kurz vor dem eigentlichen Wecken, die Jugendlichen nun endgültig aus den Betten warf. Nun vollzählig rückten nun die Jugendlichen aus, um das “letzte” Feuer dieses BF-Tages zu löschen.
Glücklich über den Tag war um 7:30 Dienstschluss auf der Wache.
Nach dem gemeinsamen Frühstück und Aufräumen, verabschiedete Florian Bayern die Jugendlichen in der Hoffnung, dass man sich bei kommenden Aktionen wiedersehen würde.
Quelle: FF Ezelsdorf.de